Kontakt

Im Auftrag: 
Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
Fachdienst Planung, Schule und Jugendberufshilfe 
Wilhelm-Seipp-Str. 4
64521 Groß-Gerau 
Tel.: 06152 989-374 
E-Mail: jugendberufshilfe@kreisgg.de

Berufswegplanung im Kreis Groß-Gerau

Zielsetzung: 
„Keiner verlässt die Schule ohne gesicherte Anschlussperspektive“

Philosophie 
Gemeinsame Entwicklung nachhaltiger Strukturen in den Regelsystemen, ausgerichtet am Bedarf der Zielgruppen

• Probleme im Übergang von der Schule in den Beruf werden frühzeitig erkannt und in der Regestruktur bearbeitet
• Individuelle Hilfen werden frühzeitig angeboten 
• Ressourcen werden in den Regelsystemen bereitgestellt 
• Angebote werden mit den Akteuren in der Region und vor Ort weiter entwickelt 
• Doppelstrukturen werden vermieden, Planungen zwischen den unterschiedlichen Akteuren verbindlich abgestimmt
• Akquisition und Vermittlung von Ausbildungs- und Praktikaplätzen nicht zentral sondern in der jeweiligen Zuständigkeit (BA, Kammern, SGB II, BerEbs…..) 
• Gremien zur Identifikation (Rechtskreisübergreifend) des Handlungsbedarfs arbeiten und reflektieren die Ergebnisse 
• Beteiligung an externen Förderungen/ Programmen dienen zum experimentieren und entwickeln und werden auf ihre Chance zur Implementierung in den Alltag überprüft 

Historie 

1998-2001
• 1998 Einrichtung der AG Jugend und Beruf als Beratungsgremium aller Akteure
• Einrichtung der Stabstelle Ausbildung und Beruf 
     o Steuerung, Moderation, Planung des Gesamtprozesses
• Aufbau der Beratungsstellen Ausbildung und Arbeit (IB für Süd und Mitte; VHS Rüsselsheim für Nordkreis und Rüsselsheim) 
     o Beratung und Begleitung ALLER Jugendlichen mit    Bedarf (rechtskreisunabhängig) 
     o Berufswegplanung an und mit allen HR und Förderschulen sowie IGSen
• Sicherung des Themas im Rahmen des regionalen Bildungsprogramms (Übergänge)

2002 - 2007  
• Entwicklung, Aufbau und Implementierung einer strukturierten Berufswegplanung an und mit allen SEK I Schule und deren Kooperationpartnern
    o AG Berufswegplanung an jeder Schule
    o Terminliste/Jahresraster, schulisches Curriculum
    o Materialien zur Berufswegplanung  (Berufswegplanungsmappe, Lehrerhandreichung)
    o Bausteine zur Berufsorientierung
    o Tendenzsitzungen (Anschlussperspektive und Festlegung des  „Kümmerers“) 
    o Verfahren zur Kompetenzfeststellung 

Beteiligung an hessischer Strategie OloV (seit 2008)
 
• Optimierung lokaler Vermittlungsaktivitäten 
• Kreis entwickelt mit seinen Erfahrungen im Rahmen der Berufswegplanung  die Qualitätsstandards der hessenweiten Strategie der Ausbildungspaktpartner mit 
• hessische Abstimmungsstruktur (Paktpartner plus regionale Koordinatoren)
• Beteiligung an der Umsetzung der Qualitätsstandards
• Finanzielle Förderung des Landes mit EU-Gelder für Koordination, Veranstaltungen, Administration etc. (keine Mittel für Zielgruppenangebote)
• Regionale OloV-Koordination liegt beim Kreis, gemeinsame Steuerung mit dem staatlichen Schulamt 
• OloV-Beauftragte an allen Förderschulen, HR Schulen und IGSen (Freistellung 1-3 Stunden über HKM finanziert)
• Südhessische Abstimmungsstruktur und gemeinsame Internetseite „www.bo-südhessen.de“


Umsetzung bzw. Implementierung der Qualitätsstandards im Rahmen der Olov-Strategie im Landkreis Groß-Gerau (Stand Dezember 2011)


Allgemeine Qualitätsstandards

AQ1 Regionale Koordination
Kreis Groß-Gerau, Stabsstelle Planung, Schule und Jugendberufshilfe Frau Käseberg

AQ2 Ansprechperson Berufsorientierung beim Staatlichen Schulamt
Staatliches Schulamt, Leitender Schulamtsdirektor Herr Daubner-Flöck

AQ3 Steuerungsgruppentreffen der regionalen Akteure
Steuerungsrunde Schulamt, Kreis GG, AfA, Jobcenter, IHK, HWK, Kreishandwerkerschaft, Stadt Rüsselsheim, Stadt Kelsterbach und Beratungsstellen IB/VHS
AG Berufswegplanung regional alle Schulformen 
AG Berufswegplanung schulformbezogen (H/R-Schulen, IGS’en, Förderschulen)

Qualitätsstandards für den Prozess der Berufsorientierung mit Förderung der Ausbildungsreife (BO)

BO1 Schulkoordinator/-innen
Alle Schulen haben eine/n Schulkoordinatoren/-in Berufsorientierung benannt

BO2 Schulcurricula fächerübergreifende Berufsorientierung
Jede Schule hat einen jährlich aktualisierten Pflichtzeitplan der externe Angebote mit einbezieht

BO3 Durchführung von Kompetenzfeststellungen
Jugendliche mit problematischer Perspektive durchlaufen eine Kompetenzfeststellung über hamet2 in Kooperation mit den Beratungsstellen Ausbildung und Arbeit 
(Hierzu wird jährlich ein Qualifizierungsangebot für Lehrkräfte organisiert)
Schulen können für leistungsstärkere Schüler/-innen den Geva-Test anbieten, hierzu erhalten sie vom Kreis einen Zuschuss

BO4 Individuelle Förderung der Ausbildungsreife
Ergebnisse der Kompetenzfeststellung und Förderempfehlungen werden in Einzelgesprächen mit Eltern und Schule kommuniziert. In Einzelschulen erfolgen Förderangebote. Die Berufsberatung der AfA ist in die Förderkette einbezogen und leitet ggf. weitere diagnostische Verfahren ein und nutzt die Ergebnisse für die eigene Beratung. Einzelfälle die eine intensivere Begleitung benötigen, werden durch die Beratungsstellen Ausbildung und Arbeit begleitet. 
Eine Online-Befragung der Schulabgänger/-innen wurde 2011 im zweiten Jahr flächendeckend durchgeführt. Zielsetzung der Befragung:  „Wie schätzen die Schüler/-innen der Abgangs- und Vorabgangs-klassen selbst den Stand ihrer Vorbereitung im Übergang Schule Beruf ein und was sind ihre Perspektiven zum Ende des Schuljahres“ Die Beteiligung lag bei 70%. 

BO5 Regionale Berufsorientierungsveranstaltungen
Zwei regionale Berufsorientierungsmessen (Nord/Süd), sowie Partizipation an großen überregionalen Messen (Darmstadt, Frankfurt, etc.), an großen Einzelschulen lokale Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der örtlichen Wirtschaft (Gewerbevereine).

BO6 Qualifizierung der schulischen Fachkräfte im Bereich der Berufsorientierung
In den einzelnen Gremien werden gemeinsame Themen identifiziert. Es finden ggf. mit dem Main-Taunus-Kreis (gleiches Staatliches Schulamt) gemeinsame Angebote statt.

BO7 Praktika
In der Berufswegplanungsmappe (siehe BO10) befinden sich gemeinsam mit den Schulen erarbeitete Materialien zur Vorbereitung, Bewertung und Nachbereitung. Eine Übersicht aller Schulen und deren verschiedenen Praktikaformen und Zeiten  wurde zusammengestellt.

BO8 Durchführung von Bewerbungstrainings
Bewerbungstrainings in Kooperation mit regionalen Akteuren (Jugendförderungen, Beratungsstellen, Personalverantwortliche, Ehrenamtlern/-innen, Soziale Träger, etc.) finden an den einzelnen Schulen im Rahmen des Curriculums statt.

BO9 Beteiligung der Erziehungsberechtigten am BO-Prozess
In allen Schulen werden Elterninformationsabende durchgeführt. Einige organisieren Abende in denen Eltern als Fachleute für ihr Berufsfeld / Wege in den Beruf agieren. 2012 ist ein gemeinsamer Klausurtag zum Austausch mit allen Schulen geplant. Drei Integrierte Gesamtschulen beteiligen sich an dem Projekt ELSA (Unterstützungsangebot für Eltern mit Migrationshintergrund). 

BO10 Einsatz des Berufswahlpasses
Im Rahmen des Bundesjugendplans Modellprojekt Kompetenzagenturen (2002-2006) wurde gemeinsam mit den Schulen, Agentur für Arbeit und dem Staatlichen Schulamt auf der Grundlage des Niedersächsischen Berufswahlpasses sowie weiterer Instrumente und eigenen Erfahrungen und Materialien eine Berufswegplanungsmappe von den Beratungsstellen Ausbildung und Arbeit zusammengestellt, die seit 2006 flächendeckend an allen Sek1- und Förderschulen für alle Schüler/-innen teilweise ab Klasse 7 ansonsten ab Klasse 8 eingesetzt wird. 

Der Berufswahlaktivpass ist Inhalt der Mappe sowie weitere zusätzliche regionale Informationen. Eine jährliche Evaluation des Inhaltes erfolgt über die Schulen und wird von den Beratungsstellen eingearbeitet. 

Die Überreichung der Mappe an die Schüler/-innen ist der Auftakt zum "offiziellen" Berufsorientierungsprozess. Eine von den Beratungsstellen erarbeitete Lehrerhandreichung mit Methodenmaterialien unterstützt die Handhabung und wird von den Beratungsstellen im Rahmen der schuleigenen AG BWP in jedem Schuljahr den neuen Klassenleitungen vorgestellt.

Der gesamte Prozess wurde bereits vor der Landesstrategie OloV mit allen Akteuren abgestimmt. Parallel zur Einführung des hessischen Berufswahlpasses wurde im Rahmen von OloV die weitere Nutzung des eignen Instrumentes geklärt.

E-BO11 Empfehlung: Verankerung von arbeitsweltbezogenen Inhalten in der Ausbildung von Lehrkräften
Dies betrachten wir als die Aufgabe des Landes Hessen

E-BO12 Empfehlung: Schulsozialarbeit und Berufsorientierung
Die Schulsozialarbeit ist in den vereinbarten Prozessen regelhaft beteiligt.

Qualitätsstandards für die Akquise von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen

AK1 Abstimmung der Akquise von Ausbildungs- und Praktikaplätzen
Die Schulen bedienen sich der bekannten Portale. Es besteht Konsens, dass nicht Einzelakteure Ausbildungsplätze akquirieren.

AK2 Öffentlichkeitsarbeit für Ausbildungs- und Praktikumsplätze
Ein Flyer für Eltern, Betriebe und Jugendliche zur Information der verschiedenen Praktikaformen wurde 2011 entwickelt. Hierbei hat man sich an dem bereits vom MTK veröffentlichten Flyer orientiert. Eine Übersicht aller Praktikazeiten ist für Frühjahr 2012 auf der Internetseite des staatlichen Schulamtes für den Kreis GG und den MTK geplant.

AK3 Mindestanforderungen für Praktikumsbetriebe
Alle Schulen erarbeiten eigene Mindestanforderungen, eine Verabschiedung gemeinsamer Standards ist Ende 2013 geplant.

Qualitätsstandards für den Prozess Matching und Vermittlung

MV1 Der Vermittlungsprozess baut auf den Kompetenzen der Jugendlichen auf
MV2 Förderung der Vermittelbarkeit
Seit 2008 ist der Übergangsprozess im Rahmen des regionalen Bildungsprogramms verbindlich festgelegt. In den jährlich stattfindenden Tendenzsitzungen der Einzelschule ist die Kompetenzorientierung der Ausgangspunkt im Vermittlungsprozess für Jugendliche mit unsicherer Anschlussperspektive.

MV3 Transparenz über die Angebote im Übergang Schule-Beruf
Das Plakat „Schule aus - was dann“ aus Offenbach, wurde für den Kreis adaptiert und bereits in der zweiten Auflage aktualisiert.
Eine Broschüre der regionalen Förderprogramme wird jährlich aktualisiert. Die Webseite BO-Südhessen wurde 2011 aktualisiert. Der Kreis Groß-Gerau kümmert sich um die Pflege der übergeordneten Bereiche.

Als weiteres Instrument wurde im Sommer 2010 ein Informationsordner zu den Übergangsmöglichkeiten in Kooperation zw. der Berufsberatung und den Beratungsstellen zusammengestellt. Dieser wird jährlich aktualisiert und allen Akteuren zur Verfügung gestellt. Seit dem Schuljahr 2011/2012 erhalten die Klassenleitungen der Abgangsklassen durch die Berufsberatung und die Beratungsstellen eine Einführung in die Nutzung des Ordners

MV4 Persönliche Ansprechperson bei der vermittelnden Stelle
Es gibt (abgesehen von Agentur für Arbeit und dem Jobcenter) keine vermittelnde Stelle. Die im Übergangsmanagement beteiligten Institutionen stimmen Verbindlichkeit und personale Kontinuität im individuellen Übergangsprozess ab.

MV5 Ablauf des Vermittlungsprozesses
siehe Zeitstrahl "Übergangsmanagement"

MV6-8 Durchführung von Bewerbungstrainings, Beratung vor und nach Vorstellungsgesprächen, Individuelle Beratung und Begleitung im Vermittlungsprozess
Für Einzelfälle die eine intensivere Begleitung benötigen übernehmen dies die Beratungsstellen Ausbildung und Arbeit (Kompetenzagenturen). Dies führen bei Bedarf Bewerbungstraining durch und bereiten Vorstellungsgespräche vor und nach.

Zusammenstellung: N. Kröcker 
Stand Dezember 2011